Sandvik CH660 Oberschale | OEM Ref: 452.3760-001 | ASTM A148 Stahlguss
OEM-Teilenummer: 452.3760-001 (alternative ID: 213693)
Kompatible Brechermodelle: Sandvik CH660, H6800, H6000 Hydrocone®
Fertigungsstandard: OEM-kompatible Spezifikationen
Konstruktionsmerkmale: Unibody-Hauptrahmen, Top-Loading-Design, integrierte Spider-Arm-Abschirmungen und Rohrleitungen
Systemkompatibilität: Hydroset™ System, ASRi™ Automatisiertes Kontrollsystem
Kompatible Kammertypen: EF, F, MF, M, MC, C, CX, HR
Verfügbarkeit: Ab Lager, Lieferung mit Transportgestell
32 vorrätig
PRODUKT
Beschreibung
| Technische Parameter | Spezifikation Wert | Technische Norm / Anmerkung |
|---|---|---|
| OEM-Teilenummer | 452.3760-001 (Alt: 213693) | Sandvik CH660 / H6800 / H6000 |
| Bauteil-Typ | Unibody-Dachschale (integrierte Spinne) | Einteilige Gusskonstruktion |
| Material Klasse | ASTM A148 Grade 80-50 (oder gleichwertig GS-20Mn5) | Hochfester Konstruktionsstahlguss |
| Zugfestigkeit (Rm) | ≥ 550 MPa (80.000 psi) | ASTM A370 Norm |
| Streckgrenze (Re) | ≥ 345 MPa (50.000 psi) | Entscheidend für die Belastungsresistenz |
| Schlagzähigkeit | ≥ 27 J @ -20°C | Charpy V-Notch (Duktilität bei niedrigen Temperaturen) |
| Gewicht (ca.) | 12.500 kg - 14.000 kg | Erfordert Heavy Lift Protokoll |
| Bearbeitungstoleranz | Konzentrizität der Zahnkranzbohrung: 0,05 mm | Bezogen auf den unteren Flanschbezugspunkt |
| NDT-Protokoll | Magnetische Partikel (MT) + Ultraschall (UT) | ASTM E709 / ASTM A609 Stufe 2 |
| Oberflächenbeschaffenheit (Passend) | Ra 3,2μm (Flansch) | Gewährleistet eine starre Verbindung mit der Unterschale |
Technische Highlights: Strukturelle Metallurgie, Unibody-Guss und Präzisionsgeometrie
Die Oberschale (452.3760-001) für den Sandvik CH660 (ehemals Svedala H6800) ist nicht nur eine Abdeckung, sondern der statische Reaktionsrahmen des Brechers. Bei der Hydrocone-Konstruktion ist in der Oberschale die "Spider"-Baugruppe integriert - die zentrale Nabe, die den oberen Teil der Hauptwelle trägt. Diese Einkörper-Konstruktion bedeutet, dass das Gussteil komplexe mehrachsige Beanspruchungen bewältigen muss: die vertikale Spannung durch die Brechkraft, die versucht, die Schale anzuheben, den radialen Druck durch das gegen die Konkavität drückende Gestein und die örtlich begrenzte Beanspruchung am Zahnkranzlager.
Die Integrität dieses 13 Tonnen schweren Bauteils wird durch die Qualität der Erstarrung des Gussteils und die Präzision der Bearbeitung in Bezug auf die Mittellinie des Brechers bestimmt.
1. Metallurgische Architektur: ASTM A148 Grade 80-50 Konstruktionsstahlguss
Im Gegensatz zu Verschleißteilen (Mangan) oder Wellen (geschmiedete Legierung) wird die Oberschale aus **hochfestem Stahlguss** hergestellt, in der Regel **ASTM A148 Grade 80-50** (oder europäische EN 10293 Grade GS-20Mn5). Diese Materialauswahl ist ein bewusster technischer Kompromiss zwischen Schweißbarkeit und Streckgrenze.
- Schweißbarkeitsfaktor: Top Shells arbeiten in abrasiven Umgebungen. Der "Rock-Box"-Effekt an den Zahnkranzarmen bedeutet, dass sie irgendwann verschleißen. Durch die Verwendung eines Stahls mit niedrigem bis mittlerem Kohlenstoffgehalt (C < 0,25%) stellen wir sicher, dass das Gussteil durch Schweißen (mit E7018-Elektroden mit niedrigem Wasserstoffgehalt) repariert werden kann, ohne dass eine komplexe Wärmebehandlung nach dem Schweißen erforderlich ist, die vor Ort unmöglich wäre.
- Schockabsorption (Duktilität): Das Material muss eine hohe Dehnbarkeit (>18%) und Schlagzähigkeit aufweisen. Wenn ein nicht zerbrechlicher Gegenstand (Flugeisen) den CH660 durchschlägt, baut der Druckspeicher den Druck ab, aber die obere Schale absorbiert die unmittelbare Stoßwelle. Ein sprödes Material (wie z. B. übermäßig kohlenstoffreicher Stahl) würde an den Zahnkranzarmen einen katastrophalen Sprödbruch erleiden.
2. Das Unibody Spider Design: Simulation der Erstarrung
Der CH660 verwendet eine "Unibody"-Konstruktion, bei der die Zahnkranzarme in einem Stück mit der Außenhülle gegossen werden. Dies macht Schraubverbindungen überflüssig, erschwert aber den Gießereiprozess.
- Hot Spot Management: Die Stelle, an der die schweren Arme des Zahnkranzes auf den äußeren Rand treffen, ist ein thermischer "Hot Spot" während der Erstarrung des Gussteils. Wenn die Abkühlung nicht kontrolliert wird, bilden sich hier Schrumpfungsporen (Hohlräume). Wir verwenden **MAGMAsoft** zur Erstarrungssimulation, um exotherme Speiser zu entwerfen, die geschmolzenes Metall in diese Verbindungsstellen leiten und eine Dichte von >7,8 g/cm³ und eine ASTM E446 Klasse 2 Röntgenqualität gewährleisten.
- Integrität der Zahnkranznabe: In der zentralen Nabe befindet sich die Zahnkranzbuchse. Diese Bohrung ist der geometrische "Nordstern" des Brechers. Unser Herstellungsverfahren umfasst eine Grobbearbeitung, gefolgt von einem **Spannungsfreiglühen bei 600°C**. Dadurch werden Restspannungen aus dem Guss abgebaut. Erst dann wird die Endbohrung durchgeführt. Dadurch wird verhindert, dass sich die Bohrung nach der Inbetriebnahme des Bauteils verzieht (oval wird) und die Hauptwelle perfekt vertikal bleibt.
3. Präzision bei der Bearbeitung: Der Flansch und die Felge
Die Oberschale ist mit der Unterschale verbunden. Diese Schnittstelle ist entscheidend.
- Ebenheit der Flansche: Der untere Gegenflansch wird mit einer Ebenheitstoleranz von **0,10 mm über den gesamten Durchmesser** bearbeitet. Jede Lücke in diesem Bereich führt zu "Fretting" (Mikrobewegungen) zwischen der Ober- und Unterschale. Sobald die Reibung einsetzt, verlieren die Schrauben an Spannung, und die Flanschflächen werden zerstört.
- Konkave Landefläche: Der Innenkonus, auf dem die Hohlkehle (Bowl Liner) sitzt, wird nach **IT7**-Toleranzen bearbeitet. Diese Oberfläche muss perfekt konzentrisch zur Nabenbohrung des Zahnkranzes sein. Wenn sie exzentrisch ist, variiert die CSS-Einstellung (Closed Side Setting) in der Kammer, was zu ungleichmäßigem Lagerverschleiß und ungleichmäßigem Produktausstoß führt.
Vertiefung: Versagensmechanik und betriebliche Stressanalyse
Wenn man versteht, wie eine Top Shell versagt, kann man die Wartung besser planen. Es handelt sich um eine Komponente mit begrenzter Ermüdung, nicht um ein Teil mit unendlicher Lebensdauer.
1. Erosion des Spinnenarms (Versagen der "Rock Box")
Die Zahnkranzarme sind dem Futtermittel direkt ausgesetzt.
- Mechanismus: Während sie durch die Armschutzhülsen geschützt sind, lagert sich feiner Schleifstaub zwischen der Hülse und dem Gussarm ab. Über Jahre hinweg wirkt dieser Staub wie Schleifpaste. Wenn die Auskleidungen nicht rechtzeitig ausgetauscht werden, erodiert der Gesteinsstrom außerdem den Baustahl des Arms.
- Kritische Grenze: Wenn die Dicke des Zahnkranzes aufgrund von Abnutzung um >15% abnimmt, ist der Strukturmodul beeinträchtigt. Bei Spitzenbelastungen (z. B. bei einer Leistungsspitze) kann der Arm ausknicken oder reißen. Wir empfehlen eine Ultraschallprüfung der Armdicke bei jedem größeren Linerwechsel (alle 2000-4000 Stunden).
2. Fretting und "Tuckern" am Flansch
Der CH660 ist eine Hochdruckmaschine.
- Mechanismus: Beim Quetschen "atmet" die Oberschale - sie verformt sich elastisch. Wenn die Verbindungsschrauben (Body Bolts) mit zu geringem Anzugsmoment angezogen werden, hebt sich die Oberschale beim Rückhub leicht an. Diese als "Tuckern" bezeichnete Bewegung führt zu einer Beschädigung des Gegenflansches.
- Die Konsequenz: Die präzisionsgefertigte Flanschoberfläche wird löchrig und uneben. Sobald diese Dichtung beschädigt ist, gelangt Staub in die Verbindung, was den Verschleiß beschleunigt. Ein beschädigter Flansch erfordert oft eine Bearbeitung vor Ort oder den Austausch des gesamten Gehäuses.
3. Ovalisierung der Zahnkranzbuchsenbohrung
Die zentrale Nabe stützt den oberen Teil der Hauptwelle über die Zahnkranzbuchse.
- Mechanismus: Die Quetschkraft ist nicht vertikal, sondern hat eine radiale Komponente. Diese Seitenlast versucht, die zentrale Nabenbohrung zu ovalisieren.
- Der Defekt: Wenn der Brecher mit einer verschlissenen Zahnkranzbuchse (>1,5 mm Spiel) betrieben wird, "schlägt" die Welle auf die Buchse und hämmert auf die Stahlgussbohrung. Eine ovalisierte Bohrung bedeutet, dass eine neue Buchse nicht fest sitzt, was zu Durchdrehen und Festfressen führt. Unsere Ersatzbuchsen haben präzisionsgebohrte Naben, die für Standard- oder Untermaßbuchsen geeignet sind.
Ratschläge von Ingenieuren: Installation, Wartung und Diagnostik
Der Austausch einer Oberschale (452.3760-001) ist eine große logistische Aufgabe, die schwere Hebevorgänge und eine kritische Ausrichtung erfordert.
Protokoll 1: Der "Soft Foot"-Check
Wenn Sie eine neue Oberschale auf eine vorhandene Unterschale montieren:
- Das Verfahren: Reinigen Sie beide Flansche mit Lösungsmittel und einem Stein, um Grate zu entfernen. Absenken der Oberschale in ihre Position ohne Einbau der Bolzen.
- Die Messung: Verwenden Sie eine Fühlerlehre (0,05 mm), um den Spalt zwischen den Flanschen am gesamten Umfang zu prüfen. Wenn Sie die Lehre in einem bestimmten Sektor einführen können, haben Sie einen "weichen Fuß" oder eine verzogene Unterschale. Durch das Anziehen der Schrauben wird die neue Oberschale verformt, so dass sie sich der Verformung anpasst, was zu immensen inneren Spannungen führt, bevor Sie auch nur einen einzigen Stein zerschlagen haben. Ein Ausrichten oder Nachbearbeiten kann erforderlich sein.
Protokoll 2: Integrität des Spinnenarmschilds
Die Armschützer (Liner) sind das Einzige, was zwischen Ihrer $40.000 Top Shell und dem Schrottplatz steht.
- Die Wartung: Lassen Sie den Brecher niemals laufen, wenn ein Armschild lose ist oder fehlt. Das Aufgabematerial wirkt wie ein Sandstrahler.
- Die Innovation: Wir empfehlen, die Muttern der Armschilde zu heften oder "Rock Box"-Auskleidungen zu verwenden, die Steine einschließen und so eine Stein-auf-Stein-Verschleißschicht bilden. Untersuchen Sie das obere "V" des Arms - dies ist die Zone mit hohem Verschleiß, die bei Inspektionen am Boden oft übersehen wird.
Protokoll 3: Schutz der Schmierleitungen
Das CH660 führt dem oberen Zahnkranzlager durch ein Rohr, das an einem der Zahnkranzarme entlang läuft, Fett/Öl zu.
- Das Risiko: Dieses Rohr wird häufig durch Steinschlag beschädigt, wenn der Armschutz verschlissen ist. Ein gequetschtes Rohr bedeutet, dass das obere Lager kein Fett bekommt.
- Das Symptom: Wenn Sie ein quietschendes Geräusch hören oder hohe Stromstärken ohne Last sehen, überprüfen Sie sofort die Schmierleitung des Zahnkranzes. Ein festsitzendes oberes Lager kann die Hauptwelle abdrehen. Stellen Sie sicher, dass die interne Verrohrung der neuen Top Shell vor dem Einbau einer Druckprüfung unterzogen wird.
Sicherung der Qualität: NDT und Dimensionsberichte
Wir behandeln die Top Shell nicht wie ein einfaches Gussteil. Sie ist ein maschinell bearbeitetes Präzisionsbauteil. Jede gelieferte Einheit umfasst:
- Ultraschallbericht (UT): Gemäß ASTM A609 sind die Übergänge zwischen Nabe und Flansch auf Schrumpfung des Untergrunds zu prüfen.
- Magnetische Partikel (MT): Überprüfung der Armlehnen auf Oberflächenrisse.
- Dimensionale Karte: Ein CMM-Bericht, der die Konzentrizität der Zahnkranzbohrung in Bezug auf den unteren Flanschnullpunkt bestätigt.
Warum ist OEM-Spec Casting so wichtig?
Auf dem Ersatzteilmarkt ist es üblich, das Gewicht der Oberschale zu reduzieren, um Materialkosten zu sparen. Eine "leichte" Schale kann identisch aussehen, hat aber dünnere Wandabschnitte in unkritischen Bereichen. Dadurch wird die Gesamtsteifigkeit des Rahmens verringert. Ein weniger steifer Rahmen biegt sich unter Last stärker durch, wodurch sich die Ausrichtung der Lager verändert und die Lebensdauer der Hauptwelle verringert. Unsere Oberschalen 452.3760-001 halten sich strikt an das OEM-Gewicht und die Rippenmuster, um die strukturelle Steifigkeit zu gewährleisten, die für die hohe Brechkraft des CH660 erforderlich ist.
Für ein umfassendes Angebot, das die obere Schale, die Spider Bushing und die Arm Liner umfasst, oder für eine technische Beratung zur Reparatur Ihrer vorhandenen Schale wenden Sie sich an unsere technische Abteilung. Wir sind spezialisiert auf schwere Rahmenkomponenten für die Sandvik Hydrocone-Serie.
"Maßgebliche technische Daten: Alle kritischen metallurgischen Spezifikationen und Maßtoleranzen (z. B. ±0,05 mm) sind in der englischen Hauptdokumentation streng geregelt. Während lokalisierte Versionen als Referenz für den Betrieb bereitgestellt werden, ist die Englisches Original bleibt die einzige verbindliche Behörde für die Qualitätskontrolle und die Einhaltung der technischen Vorschriften".





